Riesling

 

Ein Drittel unserer Rebfläche ist für Deutschlands edelste Weißweinsorte reserviert. Diese alte, spät reifende Rebsorte stammt wahrscheinlich von einer heimischen Wildrebe ab, deren Vorfahren die vier Eiszeiten überlebten.

Fast die Hälfte der weltweiten Anbaufläche liegt in Deutschland. Die Rieslingrebe stellt hohe Ansprüche an ihren Standort: Nur nach Süden gerichtete Weinhänge sind für den Anbau geeignet. Geschätzt wird der Riesling für seine Eleganz, rassige Säure, vielfältigen Geschmackrichtungen und lange Lagerfähigkeit.

Der Riesling ist außerordentlich vielseitig und passt beinahe zu allen Speisen, auch zu den scharfen oder süß-sauren Gerichten der asiatischen oder lateinamerikanischen Küche. Die goldgelben Weine - oft mit einem leichten Grünreflex - gelten weltweit als Vorbild fruchtiger Weine und für höchsten Weingenuss überhaupt. 

Unsere feinduftigen, rassig-würzigen trockenen und halbtrockenen Rieslinge begleiten viele Speisen - vom Aperitif über Vorspeisen bis zum Hauptgang. Zum Dessert eignen sich besonders die Spätlesen und Auslesen, die feine Rasse und Eleganz mit edler Fruchtsüße verbinden.

Ein Riesling ist auch der richtige Partner für den Abend mit Freunden oder Bekannten bei festlichen Anlässen.

 


Kerner


Diese weit verbreitete Trollinger-Riesling-Kreuzung (1929) wird vor allem für ihre Verwandtschaft zum Riesling geschätzt. Der württembergische Arzt und Dichter Justinus Kerner gab ihm den Namen.

Die Kernertraube reift etwas früher als der Riesling - in unseren Keuperböden findet sie hierfür die besten Voraussetzungen. Der Kerner bringt hohe Öchslegrade. Der oft hellfarbene Wein kennzeichnet sich durch ein unaufdringliches, angenehm feines, leichtes Muskatbukett mit frischer Säure und kernig-fruchtigem Charakter. 

Unsere harmonischen Kernerweine sind wegen ihrer hohen Bekömmlichkeit sehr beliebt. Kerner kann zu allen Anlässen gereicht werden, zu denen auch der Riesling angebracht ist.



Silvaner


Die Silvanerrebe gehört zu den ältesten Kulturreben - sie soll, so sagt man, nach dem 30jährigen Krieg aus Transsylvanien in unser Land gebracht worden sein.

Aus der alten Rebsorte werden vollmundige, saftige Weine mit mild-fruchtiger Säure gekeltert. Der Geschmack des Silvaners ist oft stark vom Boden geprägt. Er betont die feinen Geschmacksnoten von Fisch, hellem Fleisch und Spargel.



Müller-Thurgau (Rivaner)


Die Müller-Thurgau-Rebe wurde 1882 von Prof. Müller aus dem Kanton Thurgau/Schweiz gezüchtet. Die Eltern dieser Weintraube sind vermutlich die klassischen Rebsorten Riesling und Silvaner.

Der Müller-Thurgau ist früh reif - nicht nur im Weinberg, sondern auch auf der Flasche. Ein trockener, jugendlich-frischer Wein mit milder Säure und feinfruchtigem Muskataroma.

Er passt zu herzhaftem Essen, belegten Broten, zu gebratenem Fisch oder zu einem Eintopfgericht.



Gewürztraminer

 

Der Gewürztrraminer zählt zu unseren ältesten Rebsorten und zu den Spitzen-Weißweinen.

Der Name stammt von Tramin in Südtirol, wo Weine seit dem 11. Jhd. unter diesem Namen dokumentiert sind. Der Gewürztraminer stellt hohe Ansprüche an Lage und Boden. Er reift bei eher niedrigen Erträgen mittelspät und erreicht hohe Mostgewichte. Sein Anbau ist mit viel Idealismus verbunden.

Aus den hellroten Beeren des Gewürztraminers werden meist Prädikatsweine erzeugt, die ein sehr feines, an Wildrosenduft erinnerndes Bukett haben. Die goldgelben Weine mit fein-aromatischen Geschmacksnoten verfügen über viel Körper.

Sie eignen sich als Aperitif, zu geräuchertem Fisch (Lachs, Forelle, Felchen), kräftigem Käse und Desserts. Hochwertige Gewürztraminer-Auslesen werden gern bei feierlichen Anlässen gereicht.

 


Grauburgunder


Der Name Grauburgunder geht auf den Kaufmann Johann Seger Ruland aus Speyer zurück, der diese Rebe - nachdem sie aus dem Burgund oder der Champagne kam - im Jahr 1711 erstmals in Deutschland anpflanzte. Obwohl die Haut der Beeren rötlich bis rot gefärbt ist, wird sie den weißen Sorten zugeordnet. Der Grauburgunder ist weniger lieblich und trockener als sein Synonym Ruländer. Beide sind kräftige, würzig-aromatische Weißweine mit abgerundetem Säuregehalt.

Der Grauburgunder passt gut zu kräftigen Gerichten (Wildgeflügel, Lamm, Seefisch). Er eignet sich auch vorzüglich als Dämmerschoppen.



Weißburgunder (Pinot Blanc)


Die Rebsorte Weißer Burgunder (Pinot Blanc) ist seit dem 14. Jhd. bekannt und zählt zu den Burgundersorten. Ihre Beerenhaut ist die hellstfarbige unter den Burgundersorten. Die Weißburgunderrebe bringt edle, feinfruchtige Weißweine mit frischer Säure und verhaltenem Duft nach Ananas, Nüssen, Aprikosen oder Zitrusfrüchten hervor.

Weißburgunder harmoniert wunderbar mit hellem Fleisch und Meeresfrüchten, die Barriqueweine auch mit Lamm und Wild.



Trollinger


Die Rebsorte Trollinger stammt aus Südtirol und ist dort unter dem Namen Vernatsch bekannt. Sie gelangte Mitte des 17. Jahrhunderts nach Württemberg. In den Weinbergen unserer Gegend ist sie die bedeutendste Rotweinsorte und macht ca. 25% der Anbauflche aus. Als spätreife Rebsorte benötigt die Trollingerrebe beste Lagen und gedeiht besonders gut auf unseren warmen Keuperböden.

Die Weine mit zartem Duft nach Wildkirschen oder roten Johannisbeeren sind leicht, frisch-fruchtig und haben eine hellrote bis rubinrote Farbe. In guten Weinjahren werden aus den großen Beeren mit aromarischem Fruchtfleisch hochwertige, rassige Auslesen erzeugt.

Der bekömmliche Trollingerwein gilt als 'schwäbisches Nationalgetränk'.

Er ist ein angenehmer Begleiter zur deftigen Brotzeit und passt gut zu Steak, Kalbfleisch, Kaninchen und zu mildem Weich- und Schnittkäse.

Die saftig-süßen Trollingerbeeren sind als delikate Tafeltrauben sehr beliebt.



Schwarzriesling (Müllerrebe, Pinot Meunier)


Der Schwarzriesling gehört zur großen Burgunderfamilie. Den Namen Pinot Meunier/Müllerrebe hat die Rebsorte von ihren weißen, dicht behaarten Rebspitzen, die aussehen wie mit Mehl bestäubt. Die Ähnlichkeit der Traubenform mit dem Riesling hat ihr den Namen Schwarzriesling gegeben.

Der Schwarzriesling ist früh reif und erreicht hohe Öchslegrade. Die Rebe liebt besonders unsere Lößlehm- und sandige Böden. Unsere rubinroten Weine zeigen ziegelrote Reflexe und haben ein zart-aromatisches Burgunderaroma mit einem fruchtig-feingliedrigen Körper.

Als Dämmerschoppen erfreut er sich besonderer Beliebtheit. Gerne wird der Schwarzriesling auch zu cremig-feinen Suppen, Schweinefleisch, Lamm und mildem Käse getrunken.



Lemberger (Blaufränkisch)


Die spät reifende Lembergertraube hat ihren Ursprung in den Weingärten des Donaugebiets von Österreich und Ungarn. Die Rebe stellt höchste Ansprüche an Boden und Lage. Der Lemberger ist eine ausgesprochen württembergische Spezialität, die besonders gut hier im württembergischen Unterland gedeiht.

Lemberger zählt zu den edelsten deutschen Gewächsen. Ein typisch leichter Blauschimmer macht diesen dunkelroten Wein mit kräftigem Brombeeraroma leicht erkennbar. Dieser intensive und wuchtige Wein hat einen feinfruchtigen Geschmack mit lang anhaltendem Nachklang im Gaumen. Der Lemberger ist ein sehr lagerfähiger Wein.

Für Feinschmecker eine Gaumenfreude zu Wild und Wildgefügel, gebratenem und gemschmortem Rindfleisch. Am Abend hilft ein Glas Lemberger, von der Hast des Tages abzuschalten... :-)



Dornfelder


Die deutsche Neuzüchtung  (eine Kreuzung der Sorten Helfensteiner und Heroldrebe) wurde nach dem Gründer der Weinbauschule Weinsberg, Immanuel Dornfeld, benannt.

Der frühreifende Dornfelder ergibt tiefdunkle, harmonische Rotweine, die gute Eigenschaften als Deckrotwein und Sektgrundwein besitzen. Im Sommer werden die jungen intensiv-fruchtigen Weine gern leicht gekühlt getrunken. Sie übertreffen in ihrer Güte den Portugieser und Trollinger, erreichen aber nicht ganz die Feinheit des Blauen Spätburgunders.

Der Dornfelder ist dunkelrot, duftig im Geruch, fruchtig, körperreich und nachhaltig mit milder bis rassiger Säure. Die gehaltvolleren Barriqueweine passen perfekt zu kräftigem Braten, Wild oder Käse.

Der Dornfelder eignet sich auch als Tafeltraube.



Blauer Spätburgunder (Pinot Noir)


Der Blaue Spätburgunder wurde im 4. Jhd. erstmals in Burgund angebaut und kam von dort im 7. Jhd. an den Neckar. Er ist eine der ältesten und berühmtesten Rotweinsorten weltweit. Der Spätburgunder ist heuzutage Deutschlands edelste und meistangebaute rote Rebsorte.

Aus den mittelfrüh reifenden Trauben wird ein rubinroter bis dunkelroter Wein gekeltert. Sein feines Aroma erinnert an Brombeeren. Er ist warm, körperreich und voll samtiger Eleganz.

Diese edlen Weine werden zu festlichen Gerichten genossen - zu Wild, Wildgeflügel, Gänseleberpastete, aber auch zu Pasta ascuitta und Pizza. Und nach Tisch - beim freundschaftlichen Gespräch - ist der Spätburgunder ein geschätzter Partner.



Samtrot


Diese Rebsorte ist der jüngste Spross der Burgunderfamilie. Sie ist eine natürliche Mutation des Schwarzrieslings. Sie wurde 1928 von Hermann Schneider in seinem Heilbronner Weinberg entdeckt und 1929 von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg zur Vermehrung übernommen. Samtrot (1950 so benannt) wird ausschließlich in Württemberg angebaut - hauptsächlich im Heilbronner Raum.

Die Samtrottraube bringt fast immer hochwertige Rotweine, die eine sehr beliebte württembergische Rarität sind. Die Farbe reicht von rubin- bis dunkelrot. Die Weine sind fein und zart im Duft und im Geschmack von samtiger Burgunderart.

Sie werden mit Vorliebe nach Tisch in gemütlicher Runde gereicht.



Clevner


Im Heilbronner Raum wird der Blaue Frühburgunder Clevner genannt. Der Clevner ist eine Rebe von edler Herkunft: Ihr Ahne ist der adlige Spätburgunder.

Der Clevner ist nicht nur wegen der geringen Anbaufläche eine besondere Rarität. Die Weine zeichnen sich durch Fülle, Harmonie und Eleganz aus.

Diese württembergische Spezialität begleitet die gemütliche Runde und passt gut zu gebratenem Fleisch, kurzgeräuchertem und gebratenem Fisch.



Spätburgunder Weißherbst

 

Nach dem deutschen Weinrecht bezeichnet Weißherbst einen Roséwein, der aus einer einzigen roten Rebsorte gekeltert wurde - die Weintrauben müssen zusätzlich aus einer Lage stammen.

Unser Weißherbst wird aus Spätburgunder der Lage Heilbronner Stiftsberg gekeltert.

Er passt hervorragend zu Hors d'oeuvres und leichten Fleischgerichten. Als erfrischender Apertif oder Sommerwein wird er gekühlt serviert (9-13°C).

 


Muskattrollinger

 

Der beliebte Muskattrollinger ist eine eigenständige Rebsorte mit großen Beeren, die aus dem Trollinger entstanden und seit 1836 bekannt ist. Das Hauptanbaugebiet liegt bei uns in Württemberg.

Ihren Namen verdankt die Muskattrollinger-Rebe einem intensiven, aber unaufdringlichen Muskatbukett. Mit dem Trollinger teilt sie die gute Bekömmlichkeit.

 


Zweigelt

 

Die rote Rebsorte heißt auch Zweigelt, Rotburger oder Zweigeltrebe. Sie wurde nach ihrem Züchter Prof. Dr. Fritz Zweigelt benannt, der die 1922 in der Weinbauschule Klosterneuburg/Österreich aus St. Laurent und Blaufränkisch kreuzte.

Der gegen Frost widerstandsfähige Zweigelt wird hauptsächlich in Österreich angebaut. Der farbintensive und kräftige, körperreiche Wein - mit einem Bukett nach Beerenfrüchten - schmeckt leicht würzig und ist gerbstoffreich mit ansprechender Säure.

Im Holzfass gereift, ist er ein genussvolles Trinkvergnügen!

 



 

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